NVH Studio
Eine Desktop-Anwendung, die große Akustik- und Schwingungsdatensätze in verknüpften 2D- und 3D-Ansichten untersuchbar macht.

Die Frage
Wie lassen sich große Akustik- und Schwingungsdatensätze so darstellen, dass technische Zusammenhänge schneller untersucht werden können?
Messkampagnen im NVH-Umfeld erzeugen viele Kanäle über lange Zeiträume und über wechselnde Betriebszustände. Die eigentliche technische Arbeit beginnt erst, wenn man zwischen Frequenz, Ordnung, Drehzahl und Zeitabschnitt hin- und herwechseln kann. Genau dieser Wechsel war der Engpass.
Der Ansatz
Ausgangspunkt waren echte Messdateien, nicht ein Datenmodell am Whiteboard. Der Prototyp wurde um eine einzige Leitidee gebaut: jede Ansicht setzt den Kontext aller anderen. Wer im Sonagramm eine Drehzahlrampe auswählt, sieht dieselbe Auswahl in Ordnung, Spektrum und Zeitverlauf.
- Darstellung und Berechnung getrennt, damit Interaktion nicht auf die Auswertung wartet.
- Datenzugriff blockweise, damit große Messungen nicht vollständig in den Arbeitsspeicher müssen.
- Bedienung entlang realer Auswerteabläufe entwickelt und mehrfach mit Anwendern überarbeitet.
Was gebaut wurde
Eine Desktop-Anwendung für Frequenz-, Ordnungs-, Drehzahl-, Messsektions- und Amplitudenanalyse. Die 2D- und 3D-Ansichten sind miteinander verknüpft: eine Auswahl in einer Ansicht setzt den Kontext aller anderen.
- Frequenz-Sonagramm
- Ordnungs-Sonagramm
- 3D-Frequenz-/Drehzahlfläche
- Schnitte und Amplitudenverläufe
- Messsektionen benennen und vergleichen
- Ordnungslinien einblenden
- Cursor über alle Ansichten synchron
- Export von Auswahl und Ansicht
Ansichten



Was der Stand belegt
- Große NVH-Datensätze lassen sich auf einer normalen Workstation interaktiv durchsehen – ohne Umweg über Zwischenexporte.
- Verknüpfte Ansichten verkürzen den Weg von der Messung zur konkreten Frage an die Maschine.
- Der Ansatz trägt weit genug, um ihn an weiteren realen Messkampagnen zu prüfen.
Grenzen
- Keine automatische Diagnose. Die Anwendung zeigt Daten, sie bewertet keine Fehlerursache.
- Dateiformat-Abdeckung ist auf die bisher benötigten Formate begrenzt.
- Einzelplatzanwendung. Keine Datenverwaltung, keine Mehrbenutzerfunktionen.
- Performance ist an den bisher getesteten Datensätzen belegt, nicht darüber hinaus.
Nächste Schritte
- Ordnungsanalyse gegen Referenzfälle prüfen und dokumentieren.
- Weitere Messdatenformate anbinden.
- Ausgabepfad in Berichte und Auswertevorlagen.
- Kopplung mit Traceform prüfen: automatisch markierte Zeitbereiche direkt in der Ansicht öffnen.